Startseite » FAQs

FAQs

Nachfolgend finden Sie häufig an uns gestellte Fragen zu folgenden Themen:

Was ist eine Psychotherapie?
Welche Therapierichtungen gibt es?
Was bedeutet eingetragene Therapeut/in, was bedeutet „in Ausbildung unter Supervision“ (iAuS)?
Gibt es kostenlose Psychotherapie/vollfinanzierte Krankenkassenplätze?
Wie lange dauert eine Psychotherapie?
Wie oft im Monat/in er Woche findet Psychotherapie statt?
Kann ich Psychotherapie auch zuhause in Anspruch nehmen?
Welche Ausbildung haben Psychotherapeut*innen?
Wann reicht Psychotherapie nicht aus?
Wann ist Psychotherapie sinnvoll?
Worauf sollte ich zu Beginn der Psychotherapie achten?
Gibt es unerwünschte Wirkungen der Psychotherapie?
Was sind Nebenwirkungen von Psychotherapie?
Wann ist eine Gruppentherapie sinnvoll?
Wann sollte ich eine Psychotherapie beenden?
Wann sollte ich eine Psychotherapie abbrechen?
Wann sollte ich den/die Psychotherapeut*in wechseln?

Tiefenpsychologisch-psychodynamische Richtungen:

Was ist die Analytische Psychologie (AP)?
Was ist Gruppenpsychoanalyse/Psychoanalytische Psychotherapie (GP)?
Was ist Individualpsychologie (IP)?
Was ist Psychoanalyse/Psychoanalytische Psychotherapie (PA)?
Was ist die Psychoanalytisch orientierte Psychotherapie (PoP)?
Was ist Autogene Psychotherapie (ATP)?
Was ist Daseinsanalyse (DA)?
Was ist Dynamische Gruppenpsychotherapie (DG)?
Was ist Hypnosepsychotherapie (HY)?
Was ist Kathatym Imaginative Psychotherapie (KIP)?
Was ist Konzentrative Bewegungstherapie (KBT)?
Was ist Transaktionsanalytische Psychotherapie (TA)?

Humanistische Richtungen:

Was ist Existenzanalyse (E)?
Was ist Existenzanalse und Logotherapie (EL)?
Was ist Gestalttheoretische Psychotherapie (GTP)?
Was ist Integrative Gestalttherapie (IG)?
Was ist Integrative Therapie (IT)?
Was ist Klientenzentrierte/Personenzentrierte Psychotherapie (KP, PP)?
Was ist Psychodrama (PD)?

Systemische Richtungen

Was ist Systemische Familientherapie (SF)?
Was ist Neuro-Linguistische Psychotherapie (NLPt)?

Verhaltenstherapeutische Richtung
Was ist Verhaltenstherapie (VT)?

Wie ist der Ablauf beim Psychotherapeutischen Bereitschaftdienst (PTBD)?
Was zahlt meine Krankenkasse?
Wie lange warte ich beim Psychotherapeutischen Bereitschaftsdienst auf einen Therapieplatz?
Was mache ich, wenn ich mit meinem/meiner Psychotherapeut*in nicht zufrieden bin?
Kann ich über den PTBD eine Psychotherapeut*in finden, die Hausbesuche macht?
Kann ich über den PTBD eine Psychotherapeut*in finden, die meine Muttersprache/eine Fremdsprache spricht?
Kann ich über den PTBD eine Paartherapie oder Familientherapie starten? Werden für Paartherapie oder Familientherapie auch Sozialtarife angeboten?
Kann ich über den PTBD mit einer Gruppentherapie starten?
Ich bin unter 18 Jahre alt und suche eine Psychotherapeut*in. / Ich habe ein Kind, für das ich einen passenden Psychotherapieplatz suche. Kann ich über den PTBD eine Kinder- und Jugendpsychotherapeut*in finden?

Organisation und Ablauf einer Psychotherapie

Was ist eine Psychotherapie?

Psychotherapie ist ein eigenständiges Heilverfahren im Gesundheitsbereich und dient zur Behandlung von psychischen, psychosozialen oder psychosomatisch bedingten Verhaltensstörungen und Leidenszuständen. Sie besteht gleichberechtigt neben anderen Heilverfahren wie z. B. der medizinischen oder der klinisch-psychologischen Behandlung. Die Ausübung der Psychotherapie ist durch das Psychotherapiegesetz geregelt. Im Zentrum stehen das Gespräch, der Austausch und die Beziehung zwischen Patient*in und Psychotherapeut*in. Je nach Therapiemethode kann dieser Austausch durch Übungen und andere Interventionen unterstützt und gefördert werden. (Quelle: Donau Uni Krems, Beipackzettel „Psychotherapeutische Behandlung“)

Welche Therapierichtungen gibt es?

In Österreich gibt es derzeit 23 anerkannte wissenschaftlich-psychotherapeutische Methoden (Schulen), die sich grob in vier Richtungen (Cluster) zusammenfassen lassen: tiefenpsychologisch-psychodynamisch, humanistisch, systemisch und verhaltenstherapeutisch.

Was bedeutet eingetragene Therapeut/in, was bedeutet „in Ausbildung unter Supervision“ (iAuS)?

Der/Die eingetragene Psychotherapeut*in hat seine Ausbildung bereits komplett abgeschlossen, ist mindestens 28 Jahre alt und ist in die PsychotherapeutInnenliste des Ministeriums eingetragen. Er/Sie hat mindestens 630 Stunden Therapieerfahrung gesammelt.
Der/Die Therapeut*in in Ausbildung unter Supervision (iAuS) befindet sich noch in Ausbildung und wird von einem/einer anderen Therapeut*in supervidiert. Das bedeutet nicht, dass ein/e zweite/r Therapeut*in im Therapieraum dabeisitzt, sondern, dass sich der/die Therapeut*in in Ausbildung unter Supervision zumindest einmal wöchentlich in die Begutachtung seines/seiner Supervisor*in gibt und dort in anonymisierter Form die Fälle reflektiert.
Dass die Therapeut*innen noch in Ausbildung sind bedeutet jedoch keinesfalls, dass sie noch keine Erfahrung mitbringen, ganz im Gegenteil. Viele Therapeut*innen in Ausbildung unter Supervision haben schon sehr viele Therapiestunden gehalten, haben aber zum Beispiel noch nicht alle 630 Stunden gesammelt oder sind noch zu jung (<28 Jahre), um sich in die Liste des Ministeriums eintragen zu lassen.

Gibt es kostenlose Psychotherapie/vollfinanzierte Krankenkassenplätze?

Ja, je nach Bundesland gibt es unterschiedliche Modelle. Sie erhalten entsprechende Informationen bei Ihrer Krankenkasse. In Wien gibt es zwei Vereine, die kassenfinanzierte Therapieplätze vergeben: der Verein für ambulante Psychotherapie und die Wiener Gesellschaft für Psychotherapeutische Versorgung.
Bitte beachten Sie, dass es je nach Auslastung bis zu einem halben Jahr dauern kann, bis Sie einen von der Kasse vollfinanzierten Therapieplatz bekommen.

Wie lange dauert eine Psychotherapie?

Die Dauer einer Psychotherapie kann im Vorhinein meist nicht abgeschätzt werden, da sie von der jeweiligen Ausgangssituation, Therapierichtung, Frequenz und auch der Entwicklung der Therapie beeinflusst wird. Allerdings sollte der/die Psychotherapeut*in über die Dauer Auskunft geben können. Idealerweise reflektieren Sie auch während der Therapie immer wieder mit dem/der Therapeut*in den Therapieprozess.

Wie oft im Monat/in er Woche findet Psychotherapie statt?

Frequenz und Dauer hängen vom jeweiligen Störungsbild bzw. von der Lebenssituation des Patienten/der Patientin ab und fallen je nach angewandter Methode unterschiedlich aus. Meistens wird eine wöchentliche Frequenz empfohlen.

Kann ich Psychotherapie auch zuhause in Anspruch nehmen?

Manche Psychotherapeut*innen bieten Hausbesuche an. Dies ist allerdings von Therapeut*in zu Therapeut*in unterschiedlich. Wenn Hausbesuche angeboten werden, ist es üblich, den Tarif zu erhöhen, da die Wegzeit miteinberechnet werden muss.
Seit der Corona-Pandemie ist auch Ferntherapie möglich, viele Therapeut*innen bieten Therapie über Telefon oder Online-Videotelefonie an.

Welche Ausbildung haben Psychotherapeut*innen?

Der erste Schritt in der Ausbildung zum/zur Psychotherapeut*in ist das psychotherapeutische Propädeutikum. Dies ist ein Diplomlehrgang, wird allerdings auf manchen Privatuniversitäten auch in akademisierter Variante angeboten. Das Propädeutikum dauert in der Regel etwa zwei Jahre und ist in erster Linie eine theoretische Einführung. Danach gilt es für den/die angehende/n Therapeut*in, sich für eine Methode bzw. Schule der Psychotherapie zu entscheiden. Diese werden in Österreich durch Vereine vertreten.
Im Fachspezifikum, dem zweiten Teil der Ausbildung, wird durch den Verein die Methode vermittelt, inklusive Weltanschauung, theoretischem Hintergrund und jeder Menge Praxis sowie verpflichtender Selbsterfahrung.

Wann reicht Psychotherapie nicht aus?

Wenn Ihr Leiden eine medizinische Maßnahme erfordert, die zuerst oder begleitend zur Psychotherapie gesetzt werden muss.

Wann ist Psychotherapie sinnvoll?

Bei Vorliegen einer psychischen Störung, einer psychiatrischen und psychosomatischen Erkrankung ist – ungeachtet des Alters – eine Psychotherapie angezeigt, das können zum Beispiel sein: Persönlichkeitsstörungen, Depressionen, posttraumatische Stresszustände, Suchtprobleme, Verhaltensstörungen, Sexualstörungen, Schulversagen, Ängste (spezifisch wie auch unspezifisch), Lernstörungen, Dissozialität, Ablösungs-, Trennungs- und Verlustproblematiken und ihre somatischen und psychischen Folgen.
Auch bei Leidenszuständen infolge von Lebens- bzw. Veränderungskrisen, in denen das Gefühl besteht, nicht mehr alleine zurecht zu kommen, ist Psychotherapie sinnvoll, oder bei der Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden sowie unterstützend bei einer medikamentösen Behandlung.
Psychotherapie hat aber auch eine gesundheitsfördernde Wirkung, die sinnvoll sein kann, wenn keine krankheitswertige Störung vorliegt. Beachten Sie allerdings, dass eine Refundierung seitens der Krankenkasse nur bei Vorliegen einer psychischen Erkrankung möglich ist.

Worauf sollte ich zu Beginn der Psychotherapie achten?

Sie sollten das Gefühl haben, dem/der Therapeut*in vertrauen zu können. Lassen Sie sich vom/von der Psychotherapeut*in Methoden, Techniken und Rahmenbedingungen erklären und entscheiden Sie dann, ob das so für Sie gut annehmbar ist. Zu Beginn der Therapie hat der/die Psychotherapeut*in mit Ihnen partnerschaftlich auszuhandeln, warum Sie Psychotherapie in Anspruch nehmen möchten, welche Ziele erreicht werden sollen und woran der Therapieerfolg nach Abschluss der Behandlung gemessen werden kann. Es ist für Ihre Gesundung hilfreich, wenn Sie den Therapieprozess aktiv mitgestalten können.

Gibt es unerwünschte Wirkungen der Psychotherapie?

Es gibt einige Aspekte der Psychotherapie, die manchmal nicht bedacht werden. Dazu gehören unter anderem die zeitliche und finanzielle Belastung. Außerdem kann es zu sogenannten „Verstrickungen“ in der Beziehung zum/zur Therapeut*in kommen – bitte bedenken Sie, dass die Beziehung eine bezahlte Arbeitsbeziehung und keine private ist; sie ist nur dann tragfähig, wenn sie das auch bleibt.
Sollte es zu unerwünschten Wirkungen kommen, sprechen Sie es direkt beim/bei der Therapeut*in an und/oder wenden Sie sich an die Beschwerdestelle des Österreichischen Berufsverbands für Psychotherapie.

Was sind Nebenwirkungen von Psychotherapie?

Ziel der Psychotherapie ist es, sich mit sich selbst in einem geschützten, unterstützenden und konstruktiven Rahmen auseinander zu setzen und dadurch Problemen und Konflikten auf den Grund zu gehen, um sie schlussendlich zu lösen. Im Laufe dieses Prozesses kann es zu diversen Begleiterscheinungen kommen wie etwa Phasen der Symptomverschlechterung, partnerschaftliche, berufliche, familiäre und freundschaftliche Beziehungen können sich verbessern, verschlechtern oder einfach nur verändern. Auch in der Arbeit kann sich Ihr Alltag verändern.

Wann ist eine Gruppentherapie sinnvoll?

Zur Unterstützung von Patient*innen werden spezifische Phänomene genutzt, die in Gruppen auftreten. Dazu zählen die unterschiedlichen Formen von Gruppendynamiken, die Übertragung sowie die Gegenübertragung. Ein wesentlicher Faktor ist auch das Nutzen der menschlichen Natur als ein soziales Wesen. Das bedeutet nicht nur, dass guter sozialer Umgang für die psychische Gesundheit eines Individuums wichtig ist, sondern ganz generell, dass ein großer Teil des Strebens und der ganzen Funktionsweise der menschlichen Psyche auf eine soziale Dimension ausgerichtet ist. Dementsprechend kann eine Gruppe zu einem Spiegel werden und zu Erkenntnissen führen, die sich sonst vielleicht nicht oder nur sehr schwer erlangen lassen.
Zudem profitieren Patient*innen von den Erfahrungen anderer Patient*innen. Ganz besonders bei sämtlichen psychischen Erkrankungen, die eine soziale Dimension haben, kann eine Gruppenpsychotherapie sehr hilfreich sein. Bei ihr können in einem kontrollierten, wohlwollenden Rahmen soziale Situationen geprobt und erlebt werden. Das bedeutet, eine Gruppentherapie ist konkret sinnvoll bei Sozialphobien und sozialen Ängsten, aber auch bei sonstigen Angststörungen, Depressionen, Burnout, Zwangsstörungen, Mobbing, Essstörungen, Vereinsamung, Beziehungsschwierigkeiten. Außerdem werden Gruppentherapien auch bei Suchtproblemen und psychosomatischen Störungen in psychosomatischen Reha-Kliniken angewandt.
Auch der Psychotherapeutische Bereitschaftsdienst kann Sie bei der Suche nach Gruppentherapie-Plätzen in Wien unterstützen.

Wann sollte ich eine Psychotherapie beenden?

Dann, wenn Sie und die/der Therapeut*in sich darüber einig sind, dass Symptome, Ängste, Hemmungen etc. in zufriedenstellendem Mass überwunden sind, Sie konfliktfreier und selbständiger leben, wieder Freude empfinden, Beziehungen leichter gestalten können, sich selber besser begreifen und mehr Vertrauen in Ihre eigenen Fähigkeiten haben – sich auch zutrauen, erneut auftretende Schwierigkeiten selber zu verstehen und zu meistern. Dann ist die Hilfe zur Selbsthilfe gelungen. Natürlich sind diese Ziele nur graduell zu erreichen, und oft ist die Erkenntnis, dass ein Ziel zu hoch gesetzt war, traurig, aber auch befreiend. (Quelle: Verband der PsychotherapeutInnen Basel)

Wann sollte ich eine Psychotherapie abbrechen?

Juristisch gesehen ist eine Psychotherapie ein Auftragsverhältnis, ein Auftrag kann jederzeit zurückgezogen werden, und Sie schulden der/dem Therapeut*in nur das Honorar für bereits erbrachte Leistungen (plus dasjenige für verpasste und zu kurzfristig abgesagte, bereits reservierte Stunden).
Wichtiger ist aber die Frage, weshalb eine Therapie Hals über Kopf beendet werden soll. Hat eine Äußerung des/der Therapeut*in Sie verärgert oder verletzt? Fühlen Sie sich falsch verstanden oder beschuldigt? Halten Sie etwas zurück, was Sie schon lange hätten sagen sollen? Haben Sie den Eindruck, es gehe nicht vorwärts? Versuchen Sie, in der Therapie über Ihre Gefühle und Gedanken zu sprechen, vielleicht sogar mit Hilfe eines Briefes, holen Sie sich notfalls Unterstützung – aber gehen Sie nicht einfach weg. Krisen gibt es in fast jeder gut laufenden Beziehung und auch in Psychotherapien; sie zu verstehen und gemeinsam zu meistern, bringt einen oft einen großen Schritt weiter. (Quelle: Verband der PsychotherapeutInnen Basel)
Anders liegt der Fall, wenn Ihr/Ihre Therapeut*in Ihre persönliche oder sexuelle Integrität verletzt, sich über die Schweigepflicht hinwegsetzt oder in anderer Weise den Berufskodex (PDF) bricht. Dann ist es sinnvoll, dass Sie sich direkt an die Beschwerdestelle des Österreichischen Berufsverbands für Psychotherapie wenden.

Wann sollte ich den/die Psychotherapeut*in wechseln?

Wenn Sie das Gefühl haben, die Therapie bringt Ihnen nichts, dann macht es keinen Sinn, einfach nur so weiter zu machen. Das kann sich bereits nach wenigen Sitzungen zeigen. Oder aber auch erst mitten in der Therapie, weil es sein kann, dass man es nicht gleich in den ersten Stunden merkt. Therapie ist immer Beziehungsarbeit und Beziehungen entwickeln sich über einen Zeitraum. Wichtig ist, wenn Sie merken, dass etwas einfach nicht stimmt: Sprechen Sie Ihre/Ihren Therapeut*in darauf an. Je nachdem, wie die/der Therapeut*in reagiert, werden Sie ein Gefühl dafür haben, ob es sich nach dem Ansprechen irgendwie gelöster anfühlt oder erst recht verkrampfter zu sein scheint.

Zurück zu allen Fragen

Tiefenpsychologisch-psychodynamische Therapierichtungen

Was ist die Analytische Psychologie (AP)?

Die Analytische Psychologie wurde von C. G. Jung (1875-1961) begründet. In Theorie und Praxis hat sich die Analytische Psychologie einem Menschenbild verpflichtet, das auf Persönlichkeitsentwicklung und Ganzheit des Menschen basiert.
Ein wesentlicher Bestandteil der therapeutischen Arbeit ist die Auseinandersetzung mit Träumen und Phantasien, wodurch der Kontakt zum Unbewussten hergestellt wird. Im geschützten therapeutischen Raum wird das Erleben und Verstehen unbewusster Konflikte und ihrer Lösungsversuche ermöglicht. Neues, Noch-nicht-Gesehenes und Noch-nicht-Gelebtes können so erkannt werden. (Quelle: Österreichische Gesellschaft für Analytische Psychologie)

Was ist Gruppenpsychoanalyse/Psychoanalytische Psychotherapie (GP)?

Die Gruppenpsychoanalyse ist eine Form der psychoanalytischen Psychotherapie angewandt auf Gruppen, Paare und Einzelpersonen.
Im Gruppensetting besteht die Gruppe aus etwa 7 bis 12 TeilnehmerInnen. Die Gruppenleiter*innen schlagen keine Themen vor, sondern fördern die Äußerung von Fantasien, Träumen, Gefühlen und Empfindungen. Sie konzentrieren sich auf die Deutung von Vorgängen in der Gruppe und berücksichtigen vor allem ihre latente, unbewusste Bedeutung. Im therapeutischen Setting verhalten sich Psychotherapeut*innen mit der Zusatzbezeichnung Gruppenpsychoanalyse abstinent, d. h. sie enthalten sich Wertungen und expliziten Gefühlsäußerungen den Klient*innen gegenüber.
In der Einzelpsychotherapie eröffnet sich im gemeinsamen Dialog ein seelischer Raum für Persönlichkeitsentwicklung. In der psychoanalytischen Psychotherapie wird in erster Linie die Wiederholung von verdrängten Konflikten bearbeitet. (Quelle: Österreichischer Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik)

Was ist Individualpsychologie (IP)?

Die Individualpsychologie wurde 1911 von Alfred Adler (1870-1937) gegründet. Individualpsychologisches Denken basiert auf der Annahme unbewusster Prozesse, die grundlegend das bewusste Erleben und Handeln eines Menschen bestimmen. Die besondere Aufmerksamkeit gilt der Position des Einzelnen innerhalb seines sozialen Feldes und den Fähigkeiten Beziehungen zu gestalten. Individualpsychologie versucht die unbewusste Bedeutung von Krankheits- und Leidenszuständen zu verstehen und für Hilfesuchende neue Erlebnis-, Entscheidungs-, und Handlungsspielräume zu finden. (Quelle: Österreichischer Verein für Individualpsychologie)

Was ist Psychoanalyse/Psychoanalytische Psychotherapie (PA)?

Die Psychoanalyse wurde um 1890 vom Wiener Neurologen Sigmund Freud gegründet. Sie versteht sich als Disziplin zur Erforschung des Unbewussten. In der psychoanalytischen Therapie wird der Zugang zum Unbewussten über Träume, freie Assoziation und das Durcharbeiten der Übertragungsbeziehung freigelegt. „Erinnern – Wiederholen – Durcharbeiten“, Freuds Leitlinie für die Behandlung, beschreibt den intrapsychischen Prozess des/der Analysand*in, der/die mithilfe des/der Analytiker*in letzlich der Loslösung von infantilen libidinösen und aggressiven Fixierungen und der Aufhebung von Verdrängungen
dient. Die dadurch gewonnene Befreiung von Hemmungen eröffnet dem Menschen seine emotionalen Beziehungen authentischer und konfliktfreier gestalten zu können und zu einem kreativeren Umgang mit dem eigenen Selbst sowie den inneren und äußeren Objekten zu finden. (Quelle: Sigmund Freud Privatuniversität)

Was ist die Psychoanalytisch orientierte Psychotherapie (PoP)?

Wie bei allen psychoanalytisch orientierten Verfahren steht die Bearbeitung unbewusster Konflikte und krankheitswertiger Störungen der Persönlichkeitsentwicklung im Vordergrund. Technisch weicht die psychoanalytisch orientierte Psychotherapie aber von der Standard-Psychoanalyse in mehreren Hinsichten ab: Die Sitzungen finden immer im Sitzen, nicht im Liegen, statt; die Klärung und Konfrontation findet in der Regel mehr Anwendung, die Rekonstruktion von biografischen Ereignissen meist eine geringere Rolle; die Therapiedauer ist meist kürzer. (Quelle: Wiener Psychoanalytische Akademie)

Was ist Autogene Psychotherapie (ATP)?

Der Begriff „autogen“ – wörtlich „aus sich heraus entstehend“ – beschreibt, dass es bei der Autogenen Psychotherapie um die Förderung der inneren Entwicklung durch die Stärkung der seelischen und körperlichen Selbst­heilungs­kräfte geht. Entspannungs­übungen können erlernt, stressbedingte Regulationsstörun­gen wie etwa Schlaf­störungen und Ängste überwunden werden. Durch die Selbst­­erfah­rung können bisher unbekannte, verborgene Anteile der Persönlichkeit entdeckt und entfaltet werden. (Quelle: Österreichische Gesellschaft für Tiefenpsychologie und allgemeine Psychotherapie)

Was ist Daseinsanalyse (DA)?

Die Daseinsanalyse zielt auf die bestmögliche Offenheit für den Sinn des Daseins und größere Freiheit in Bezug auf die Lebensgestaltung ab. Im therapeutischen Gespräch werden krankmachende Anlässe, die sich in der Gegenwart als seelische und psychosomatische Beschwerden äußern, sichtbar gemacht und aufgearbeitet. Wesensfremde, anerzogene Verhaltensweisen werden verlassen, die dem eigenen Wesen entsprechende gefunden. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten der Lebensgestaltung. (Quelle: Bundesministerium für Gesundheit, Broschüre Psychotherapie)

Was ist Dynamische Gruppenpsychotherapie (DG)?

Menschen werden in eine soziale Welt geboren. Wir leben, wachsen und entwickeln uns in Gruppen (Familie, Peergroup, Institution …). Unsere bewussten und unbewussten Bedürfnisse und Konflikte entfalten sich in Beziehungen und richten sich ein Leben lang an das soziale Gegenüber der Gruppe. Vor dem Hintergrund dieser Grundannahme nutzt die Dynamische Gruppenpsychotherapie die Gruppe als eigenes Therapie-Instrument. (Quelle: Österreichischer Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik)

Was ist Hypnosepsychotherapie (HY)?

Die Hypnosepsychotherapie arbeitet mit veränderten Bewusstseinszuständen. Der hypnotische Zustand selbst ist ein Zustand erhöhter Aufmerksamkeit und Konzentration. In der hypnoanalytischen Arbeit wird die Selbsterkenntnis gefördert und problemver­ursachende (früh)kindliche Erlebnisse aufgearbeitet. Besondere Bedeutung kommt dem Bewältigen von bislang unverarbeiteten Traumen zu. Durch Hypnosepsychotherapie und Selbsthypnose wird es möglich, innere Gelassenheit, Sicherheit und Kraft zu finden. Kreative Teile des Unbewussten können helfen, neue Wege zur persönlichen Weiterentwicklung zu finden. (Quelle: Österreichische Gesellschaft für Tiefenpsychologie und allgemeine Psychotherapie)

Was ist Kathatym Imaginative Psychotherapie (KIP)?

Wie aus dem Namen hervorgeht, steht behandlungstechnisch die Anwendung von Imaginationen, d. h. das therapeutisch begleitete Erleben von inneren Bildern und Szenen in einem entspannten Zustand, im Vordergrund. „Imaginationen“ sind Schöpfungen des Unbewussten und zeigen einerseits bisher brachliegende Ressourcen auf, tragen also zu einer Lösungsorientierung der Therapie bei, und andererseits können sie als „Bildersprache des Unbewussten“ helfen, Traumata und Konflikte zu bessern oder zu heilen. (Quelle: Österreichische Gesellschaft für Tiefenpsychologie und allgemeine Psychotherapie)

Was ist Konzentrative Bewegungstherapie (KBT)?

Die KBT versteht den Körper als Ort des gesamten psychischen Geschehens. Die Wahrnehmung und Beziehung zum eigenen Körper sind zentral. In ihren therapeutischen Angeboten zu Wahrnehmung, Bewegung und Handlung schafft sie einen konzentrativen Erfahrungsraum im Hier und Jetzt. Bewältigungs- und Lösungsstrategien finden im therapeutischen Geschehen ihren Ausdruck. Sie werden damit einer bewussten Bearbeitung zugänglich. (Quelle: Österreichischer Arbeitskreis für Konzentrative Bewegungstherapie)

Was ist Transaktionsanalytische Psychotherapie (TA)?

Die TA wurde vom kanadisch-amerikanischen Psychiater Eric Berne in den 1950er-Jahren gegründet. Sie geht davon aus, dass Beziehungserfahrungen in der Psyche gespeichert werden, so dass sie in zukünftigen Situationen mehr oder weniger bewusst abgerufen werden können. Die transaktionsanalytische Praxis entwickelt aus dieser Grundannahme verschiedene therapeutische Methoden, die eine Autonomie des Erlebens ermöglichen und dadurch Handlungsspielräume eröffnen. (Quelle: Österreichischer Arbeitskreis für Tiefenpsychologische Transaktionsanalyse)

Zurück zu allen Fragen

Humanistische Therapierichtungen

Was ist Existenzanalyse (E)?

Die Existenzanalyse wurde vom österreichischen Neurologen und Psychiater Viktor E. Frankl (1905-1997) gegründet. Existenzanalyse ist einerseits eine Forschungsrichtung, andererseits selbst Teil des therapeutischen Prozesses. Grundsätzlich bedeutet Existenzanalyse: Analyse auf Existenz hin, d. h. auf ein eigenverantwortetes, selbstgestaltetes und menschenwürdiges Leben hin. In der „allgemeinen Existenzanalyse“ wird das Sinnbedürfnis des Menschen als wichtige Grundmotivation sowie die grundsätzliche Möglichkeit der Sinnfindung im menschlichen Leben erörtert. Auf diese Weise wird die therapeutische Wirkung einer gelingenden Sinnfindung erklärt und begründet. (Quelle: Viktor Frankl Institut)

Was ist Existenzanalse und Logotherapie (EL)?

Die Existenzanalyse wurde vom österreichischen Neurologen und Psychiater Viktor E. Frankl (1905-1997) gegründet. Grundsätzlich bedeutet Existenzanalyse: Analyse auf Existenz hin, d. h. auf ein eigenverantwortetes, selbstgestaltetes und menschenwürdiges Leben hin. „Logos“ bedeutet im Zusammenhang mit der Logotherapie „Sinn“. Der/die Therapeut*in hilft also bei der eigenen Sinn-Findung. (Quelle: Viktor Frankl Institut)

Was ist Gestalttheoretische Psychotherapie (GTP)?

In die therapeutische Arbeit werden Erkenntnisse und erprobte Techniken verschiedener Therapieformen so integriert, wie es für den/die individuelle/n Patient*in und die jeweilige Situation gerade angemessen ist. Dafür erlernen Gestalttheoretische Psychotherapeut*innen in ihrer Ausbildung sowohl gestalt-therapeutische, als auch psychodramatische, gesprächstherapeutische, verhaltenstherapeutische und andere psychotherapeutische Interventionstechniken und Arbeitsmethoden sowie deren theoretischen Hintergrund und die Voraussetzungen und Wirkungen ihres Einsatzes im Rahmen der GTP. (Quelle: Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Gestalttheoretische Psychotherapie)

Was ist Integrative Gestalttherapie (IG)?

Ein wesentliches Charakteristikum der Integrativen Gestalttherapie, das die Grundhaltung der Psychotherapeut*innen prägt, ist der hohe Stellenwert der Phänomenologie: Die Patient*innen werden wahrgenommen, wie sie sind, mit allen sichtbaren Phänomenen, der Sprache, der Stimme, der Mimik und Gestik, der Körperhaltung und Bewegungsmuster. In dieser ganzheitlichen Wahrnehmung wird versucht zu erfassen und zu verstehen, wie dieser Mensch in seiner Lebenswelt im Lauf seiner Geschichte so geworden ist. Die Patient*innen werden ermutigt, ihre Gefühle und Impulse auszudrücken. Übungs- und Probehandeln dient im gestalttherapeutischen Heilungsprozess der Erkenntnisgewinnung und Einleitung von Veränderungsprozessen. (Quelle: ÖAGG-Fachsektion Ingerative Gestalttherapie)

Was ist Integrative Therapie (IT)?

lntegrative Therapie ist ein ganzheitliches biopsychosoziales Verfahren, das Psychotherapie, Körpertherapie, Soziotherapie und die Arbeit mit „kreativen Medien“ (z. B. Ton, Farbkreide, Musik) umfasst. Die Integrative Therapie wurde Mitte der 1960er-Jahre von Hilarion Petzold und Johanna Sieper begründet. Ausgangspunkt war die Vorstellung, dass der „ganze Mensch“ als zugleich biologisches und gesellschaftliches Wesen in seiner körperlichen, emotionalen und kognitiven Realität und in seinen sozialen Bezügen betrachtet und behandelt werden muss und nicht nur seine „Psyche“. (Quelle: Europäische Akademie EAG/FPI)

Was ist Klientenzentrierte/Personenzentrierte Psychotherapie (KP, PP)?

Personzentrierte Psychotherapie wird auch Gesprächstherapie oder Klientenzentrierte Psychotherapie genannt. Sie wurde von Carl R. Rogers (1902-1987) begründet. Der Personzentrierten Psychotherapie liegt die Überzeugung zugrunde, dass jeder Mensch unter günstigen Voraussetzungen die Fähigkeit hat, seine Persönlichkeit in eine positive Richtung zu entwickeln und sein Leben konstruktiv zu gestalten. Das therapeutische Beziehungsangebot basiert auf einer empathischen Einfühlung, bedingungsloser Wertschätzung und Echtheit bzw. Transparenz seitens der/des Therapeut*in. In diesem neutralen Klima kann der/die Patient*in zu sich selbst finden, sich selbstbestimmt und frei entfalten. (Quelle: Vereinigung Rogerianische Psychotherapie)

Was ist Psychodrama (PD)?

Psychodrama wurde von Jakob Levy Moreno (1889–1974) zunächst in Wien, später in den USA entwickelt. Das Verfahren ist sehr handlungs- und ressourcenorientiert. Ziel psychodramatischer Arbeit ist immer, aktivierend zu wirken, gelingende Begegnung mit anderen Menschen sowie Spontaneität zu fördern – im Sinne von lebendiger und situationsadäquater Handlungsfähigkeit. Zu den bekanntesten Techniken zählen das psychodramatische Rollenspiel sowie die psychodramatische Aufstellungsarbeit. (Quelle: Psychodrama Austria)

Zurück zu allen Fragen

Systemische Therapierichtungen

Was ist Systemische Familientherapie (SF)?

Die Systemische Familientherapie wurde aus der Arbeit mit Familien und Paaren entwickelt. Sie geht von der Theorie aus, dass Probleme grundsätzlich in Beziehungszusammenhängen und somit kommunikativ entstehen sowie aufrechterhalten werden. Diese interaktiven Prozesse erzeugen in der Person Ideen über sich selber und andere, die letztlich Leid verursachen, Veränderungen bzw. Weiterentwicklung und positive soziale Interaktionen hintanhalten. Lösungen werden in der Therapie gesucht, ge- und erfunden. Das ist in verschiedenen Settings möglich, in Einzel-, Paar- oder Familientherapie. Dabei werden vielfältige systemische teils zirkuläre Fragetechniken sowie systemische Methoden (z. B. Genogramm, Familienbrett) angewendet. (Quelle: Sigmund Freud Privatuniversität)

Was ist Neuro-Linguistische Psychotherapie (NLPt)?

Die Methode der NLPt beruht auf Techniken des neurolinguistischen Programmierens (NLP), die vom Psychologen Richard Bandler und dem Linguisten John Grinder entwickelt wurden. Die Bezeichnung neurolinguistisch weist auf den Umstand hin, dass die Sprache Auswirkungen auf unser Denken hat (Quelle: PsyOnline).

Zurück zu allen Fragen

Verhaltenstherapeutische Richtung

Was ist Verhaltenstherapie (VT)?

Durch das Bestreben der Einbeziehung neuester Erkenntnisse aus Psychologie, Medizin, Soziologie und anderen Grundlagenwissenschaften ist die VT eine Therapierichtung, die sich in einem kontinuierlichen Wandel befindet. Die VT versteht sich als eine Art „Hilfe zur Selbsthilfe“. Neben dem Gespräch hat der/die Therapeut*in die Möglichkeit, aus einer Palette an allgemeinen und störungsspezifischen Therapieverfahren auszuwählen, z. B. Konfrontationsverfahren, Entspannungsverfahren, Imagination (Arbeit mit Vorstellungsbildern), Kommunikationstraining oder Training sozialer Kompetenz. (Quelle: Österreichische Gesellschaft für Verhaltenstherapie)

Zurück zu allen Fragen

Psychotherapeutischer Bereitschaftsdienst

Wie ist der Ablauf beim Psychotherapeutischen Bereitschaftdienst (PTBD)?

Zunächst vereinbaren wir telefonisch oder online einen Termin für ein erstes Beratungsgespräch. Dieses Beratungsgespräch kann in der Regel bereits in der nächsten Kalenderwoche stattfinden. Das Beratungsgespräch ist noch kein therapeutisches Gespräch, sondern dient dazu, Sie kennenzulernen und gemeinsam nach einem/einer passenden Therapeut*in für Sie zu suchen. Wir klären z. B. ab, wo die Therapie stattfinden sollte, welche persönlichen Präferenzen Sie haben und natürlich Ihr monatlich verfügbares Einkommen. Außerdem beantworten wir all Ihre Fragen rund um die Psychotherapie. Das Beratungsgespräch selbst dauert ca. 30 Minuten und kostet 50 Euro. In diesem Preis sind auch etwaige spätere Beratungsgespräche beim PTBD inkludiert.
Am Ende des Beratungsgespräches suchen wir gemeinsam eine/n Therapeut*in aus, der/die die besprochenen Kriterien erfüllt und vereinbaren ein Erstgespräch mit diesem/dieser, das bereits in der darauffolgenden Woche stattfinden kann.
Sie erhalten die Kontaktdaten des/der Therapeut*in und bitten Sie, falls Sie den Termin absagen oder verschieben müssen, sich direkt mit dem/der Therapeut*in mindestens 24 Stunden vor dem vereinbarten Termin in Verbindung zu setzen.
Das Erstgespräch beim/bei der Therapeut*in ist kostenpflichtig. Wie viel dieses kostet, ist vom jeweiligen Tarif abhängig, das wir im Beratungsgespräch vereinbart haben.
Wichtig ist auf jeden Fall, dass Sie sich bei dem/der Therapeut*in wohlfühlen. Falls das nicht der Fall ist, vereinbaren Sie telefonisch oder online ein weiteres (kostenloses) Beratungsgespräch bei uns.

Was zahlt meine Krankenkasse?

Der Betrag über die Refundierung ist je nach Kasse unterschiedlich. Bei der ÖGKK und der KFA sind es € 28,-; bei der BVAEB und der SVS sind es € 40,- pro Therapieeinheit von 50 Minuten (Stand: Oktober 2021).
Eine Refundierung erhalten Sie nur für Therapiestunden bei einem/einer Therapeut*in, der/die in der PsychotherapeutInnenliste eingetragen ist. Falls die Therapie bei einem/einer Therapeut*in in Ausbildung unter Supervision (iAuS) stattfindet, ist die Refundierung leider nicht möglich; das Honorar ist aber an sich schon niedriger als bei einem eingetragenem/einer eingetragenen Therapeut*in.
Falls Sie auf der Suche nach komplett kassenfinanzierter Therapie sind, gibt es in Wien zwei Vereine, die Ihnen weiterhelfen: die Wiener Gesellschaft für Psychotherapeutische Versorgung und der Verein für ambulante Psychotherapie.
Für die Beratung beim Psychotherapeutischen Bereitschaftsdienst – diese kostet einmalig 50 Euro – erhalten Sie leider keine Refundierung von der Krankenkasse.

Wie lange warte ich beim Psychotherapeutischen Bereitschaftsdienst auf einen Therapieplatz?

Der Psychotherapeutische Bereitschaftsdienst hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen, die einen Leidensdruck haben, möglichst schnell und möglichst kostengünstig zu einem Therapieplatz zu verhelfen. Nach einem ersten Beratungsgespräch bei uns, können Sie in der Regel bereits in der darauffolgenden Kalenderwoche mit der Psychotherapie starten.

Was mache ich, wenn ich mit meinem/meiner Psychotherapeut*in nicht zufrieden bin?

Wenn Sie das Gefühl haben, die Therapie bringt Ihnen nichts, dann macht es keinen Sinn, einfach nur so weiter zu machen. Das kann sich bereits nach wenigen Sitzungen zeigen – oder aber auch erst mitten in der Therapie. Therapie ist immer Beziehungsarbeit und Beziehungen entwickeln sich über einen Zeitraum. Wenn Sie merken, dass etwas nicht stimmt, sprechen Sie Ihre*n Therapeut*in darauf an. Je nachdem, wie der/die Therapeut*in reagiert, werden Sie merken, ob es sich nach dem Ansprechen irgendwie gelöster anfühlt oder erst recht verkrampfter zu sein scheint.
In jedem Fall können Sie ein weiteres Beratungsgespräch beim Psychotherapeutischen Bereitschaftsdienst telefonisch oder online vereinbaren. Dann sprechen wir im Vertrauen darüber, warum Sie mit Ihrer Therapie unzufrieden waren, und vereinbaren einen Termin bei einem/einer andere*n Therapeut*in. Nur das erste Beratungsgespräch beim PTBD kostet 50 Euro, alle weiteren Beratungsgespräche innerhalb eines halben Jahres sind in diesem Preis inkludiert.

Kann ich über den PTBD eine Psychotherapeut*in finden, die Hausbesuche macht?

Ja. Manche Psychotherapeut*innen bieten auch Hausbesuche an. Wenn Hausbesuche angeboten werden, ist es üblich, den Tarif zu erhöhen, da die Wegzeit miteinberechnet werden muss. Seit der Corona-Pandemie ist auch Ferntherapie möglich, viele Therapeut*innen bieten Therapie über Telefon oder Online-Videotelefonie an.

Kann ich über den PTBD eine Psychotherapeut*in finden, die meine Muttersprache/eine Fremdsprache spricht?

Viele der Psychotherapeut*innen bieten Therapie nicht nur auf Deutsch, sondern auch in Fremdsprachen an. Die häufigste Fremdsprache ist Englisch, aber auch Therapie auf Französisch, Italienisch, Türkisch, Slowakisch, Russisch, Farsi, … sind möglich – bitte fragen Sie unsere Berater*innen nach dem aktuell verfügbaren Angebot.

Kann ich über den PTBD eine Paartherapie oder Familientherapie starten? Werden für Paartherapie oder Familientherapie auch Sozialtarife angeboten?

Ja. Viele der Psychotherapeut*innen bieten auch Paar- oder Familientherapie an. Aufgrund des Mehrpersonensettings ist ein Sozialtarif ab 50 Euro pro Einheit (im Einzelsetting ab 30 Euro) möglich. Bitte beachten Sie außerdem, dass bei der Paar- und Familientherapie Doppeleinheiten üblich sind, also ein Termin 90 statt 50 Minuten dauert.

Kann ich über den PTBD mit einer Gruppentherapie starten?

Ja, laufend starten Psychotherapeut*innen neue Gruppen bzw. gibt es bestehende Gruppen, bei denen immer wieder ein Platz frei wird. Die Gruppen finden derzeit ausschließlich in Wien statt. Nähere Infos zu Gruppentherapie finden Sie hier.

Ich bin unter 18 Jahre alt und suche eine Psychotherapeut*in. / Ich habe ein Kind, für das ich einen passenden Psychotherapieplatz suche. Kann ich über den PTBD eine Kinder- und Jugendpsychotherapeut*in finden?

Ja. Wir arbeiten mit ausgebildeten Kinder- und Jugendpsychotherapeut*innen zusammen bzw. mit solchen, die sich gerade in der Ausbildung zur Kinder- und Jugendpsychotherapeut*in befinden. Bei einem Beratungsgespräch klären wir all Ihre Fragen sowie Anliegen, um einen passenden Therapeut*in zu finden. Wir empfehlen, das Beratungsgespräch gemeinsam mit dem Kind zu führen, um seinen Wünschen und möglichen Ängsten den nötigen Raum zu geben. Jugendliche ab 15 Jahren können alleine erscheinen.
Ein aktueller Tipp: Derzeit ist es möglich, über das Projekt „Gesund aus der Krise“ einen vollfinanzierten Therapieplatz für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu erhalten: möglich sind 15 kostenfreie klinisch psychologische, gesundheitspsychologische oder psychotherapeutische Behandlungseinheiten im Einzel- oder Gruppensetting. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Gesundheitsministeriums.

Zurück zu allen Fragen